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Der Motivator

by Roy Ellison

Smashwords Edition

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Copyright 2017 Roy Ellison





Achim stand vor der Fertigungshalle. Das Gelände als Ganzes wirkte keineswegs einladend. Er befand sich in einem abgelegenen Industriegebiet, das irgendwann in den letzten zehn, zwanzig Jahren geschlossen hatte. Er war noch nie in der Gegend gewesen. Allgemein war er nicht viel unterwegs. Zum Dinge erleben braucht man Geld, und davon hatte er definitiv nicht genug. Er war seit einigen Jahren arbeitslos, konnte sich aber durch ein bisschen Schwarzarbeit über Wasser halten. Er machte in Lokalen den Türsteher, half bei Umzügen und verteilte Flyer. Es kam auch schon mal vor, dass er alte Leute die Stiegen hinunterbrachte und ihnen die Einkäufe wieder hochschleppte, ganz wie es sich ergab. Man hätte Achim wohl als Lebenskünstler bezeichnet.

Der einzige echte Fixpunkt in seinem Leben war das Training. Obwohl er sonst wirklich nicht viele Verpflichtungen hatte und ihn einige seiner Freunde wohl als unzuverlässig bezeichnet hätten, war er doch geradezu religiös bei seinem Training. Jede Woche ging er mindestens dreimal ins Studio, meistens öfter. Die Ergebnisse ließen sich sehen. Er war recht groß und durch das Bodybuilding war er ein ziemlicher Kasten. Manchmal half er den Leuten im Studio dabei, sich zurechtzufinden. Irgendwie hatte er so eine Art, die Leute dazu brachte, beim Training auch tatsächlich weiterzukommen.

Lutz, der Studioeigentümer, hatte schon öfter darüber nachgedacht, ihn als Trainer einzustellen, aber irgendwie dann doch zurückgeschreckt. Einerseits war er sich ziemlich sicher, dass Achim nicht die Konsequenz haben würde, die nötige Ausbildung zu machen, andererseits war er einfach nicht verlässlich. Termine mit ihm auszumachen, war ein Glücksspiel, und damit nicht sinnvoll. Schließlich war da noch eine Sache, die Lutz schon recht bald auffiel: Achim gehörte nicht zu den üblichen „Ausziehguckern“ im Studio, also den Burschen, die verzweifelt versuchen, den Mädels durch die Kleidung zu starren. Er ging auch nicht den Kerlen auf den Arsch, was ja auch immer wieder bei den Fitnessfreaks vorkam.

Nein, Achim war anders gepolt. Wenn einmal eine Frau mit echten Muckis auftauchte, scharwenzelte er sofort um sie herum und warf sich geradezu auf den Boden, um ihr helfen zu dürfen. Das war dann eher mühselig. Lutz wollte zwar ohnehin eher eine normale Klientel, aber ein paar echte Massefreaks waren ihm durchaus recht. Erstens konnte er ein bisschen Nebengeld mit Steroiden und anderem chemischen Pipapo verdienen, zweitens waren die Muskelprotze eine Art Aushängeschild für die Leistungen des Studios. Seht, wie massiv Ihr werden könnt! Tragt Euch gleich für ein Jahr ein!

Für Achim bedeutete die Situation allerdings, dass die meisten Muskelfrauen, die er im Studio kennenlernen konnte, bald wieder verschwanden. Er versuchte, sich zurückzuhalten, und dieses Mal schien es geklappt zu haben. Er hatte nur einmal, ohne genau hinzusehen, ein bisschen geholfen, und da hatte sich die Frau zu ihm umgedreht, sich für seine Unterstützung bedankt und ihm eine Karte gegeben. Er hatte sich das Stück Papier näher angesehen. Es war eine einfache Visitenkarte, mit einer Adresse und einem E-Mail-Kontakt drauf. Keine näheren Details, kein Namen, nichts. Er nahm sie an und ging weg, nicht ohne sich an ihrem knackigen Muskelpo zu erfreuen, den er über Bande durch die Spiegel sehen konnte.

Zu seiner Überraschung hatte sie ihm zugelächelt.

Weil das so vielversprechend gewesen war, stand er jetzt also vor dieser Halle und wusste nicht recht, was er tun sollte. Er schulterte seine Tasche und probierte einfach mal die Tür. Zu seiner Überraschung war sie nur angelehnt. Sie ging allerdings ziemlich schwer und ließ sich nur mit einem recht grauslichen Quietschen aufschieben. Achim stöhnte und sah sich in der Halle um. Der Raum war sonderbar. Einerseits war er sauber und ordentlich. Überall standen schwere Trainingsmaschinen herum, gut verankert und von robusten Matten umgeben. An den Wänden hingen große Spiegel und die verschiedenen Bereiche waren gut zugänglich. Andererseits war der Raum auch karg. Die Wände waren hoch und leer, man konnte oben die Fenster sehen, durch die das winterliche Sonnenlicht hereinschien. Obwohl der Platz sauber und die Geräte modern waren, strahlte die Umgebung trotzdem einen gewissen Verfall, oder zumindest eine gewisse Abnutzung aus. Hier wurde offensichtlich schwer gearbeitet. Achim hielt nach Menschen Ausschau. Niemand da.

Da hörte er ein „Klänk“-Geräusch aus dem hinteren Bereich. Neugierig ging er in die Richtung. Je weiter er zwischen den Maschinen voranging, desto mehr staunte er über die Apparaturen. All diese Geräte waren offensichtlich für Menschen ausgelegt, die um Einiges kräftiger und engagierter als er waren. Ein „Pläng“-Ton hallte durch den riesigen Raum. Er hörte ein Stöhnen.

„Aah. Scheiße, ist das schwer!“

Achim beschleunigte seinen Schritt. Plötzlich trat er in einen offenen Bereich, in dem zwei junge Frauen, wahrscheinlich um die achtzehn Jahre alt, trainierten. Beide waren offensichtlich ziemlich fit. Was heißt! Achims Herz schlug höher. Die beiden waren waschechte Bodybuilderinnen. Sie waren ziemlich muskulös, nicht nur für ihr Alter, sondern überhaupt. Die eine lag auf dem Rücken und war damit beschäftigt, eine recht ordentliche Last beim Bankdrücken zu bewegen, während die andere darauf achtete, dass nichts schief ging.

Die stehende Frau war extrem konzentriert und bemerkte Achim überhaupt nicht. Sie hatte lange schwarze Haare, die zu dicken Dreadlocks geflochten waren und trug ein ausgesprochen knappes gelb-grünes Oberteil, das neben ihren durchtrainierten Armen gerade einmal die untere Hälfte ihrer ausgesprochen gut entwickelten Brustmuskeln bedeckte. Brüste hatte sie kaum, dafür war ihr Körperfett augenscheinlich zu niedrig. Achim konnte gut erkennen, wie sich die einzelnen Partien ihrer Pecs abzeichneten. Beeindruckend!

Schnell glitten seine Blicke über ihre ebenso prallen und definierten Schultern. Geil. Die junge Frau hatte in ihren jungen Jahren offensichtlich schon mehr erreicht als viele Profis, sogar Männer. Um so hart und kräftig zu sein, musste man nicht nur strikt trainieren. Hier ging es auch um eine disziplinierte Ernährung und den Zugang zu den richtigen Mitteln.

Die liegende Frau drückte die Last auf ihren Armen wieder nach oben. Sie hatte ihre pink gefärbten Haare zu einem Dutt gebunden und trieb die Masse in die Höhe.

„Urgh!“ Mit einem Grunzen spannte sie ihre Brustmuskeln und ihre Arme an. Auf ihrer kräftigen Brust lagen zwei pralle Implantate, die sich durch die trockene, fettlose Haut abzeichneten. Sie biss die Zähne zusammen und unterdrückte einen Fluch. „F-f-f … Hrng!“

Das Gewicht ging wieder nach oben und die stehende Frau trieb sie an:

„Komm‘ schon, Kimmy, Du schaffst es! Ein bisschen mehr! Du bist gleich durch!“

„Gah!“

Mit einem Scheppern brachte sie das Gewicht wieder in Position und die Dreadlockfrau schob die Hantel in die Halterung. Die liegende Frau ließ ihre Arme fallen. Achim konnte nicht umhin ihre schweren, durchtrainierten Bizepse zu bewundern. Gerade über ihren rechten Oberarm zog sich eine dicke, kabelartige Vene. Diese beiden Frauen waren offensichtlich extreme Pumperinnen.

Kimmy setzte sich auf und bemerkte ihn erst jetzt:

„Hey! Wer bist denn Du und was hast Du hier verloren?“

Die andere Frau sah auch auf und knurrte ihn beinahe an. Achim machte instinktiv einen Schritt zurück. Die beiden Frauen sahen tatsächlich ziemlich bedrohlich aus. Er griff in seine Hosentasche und holte die Visitenkarte raus.

„Die hat mir eine Frau im Studio gegeben. Ich sollte hierher kommen, bin aber offenbar zu früh oder falsch oder so.“

Die Dreadlockfrau war mit ein paar schnellen Schritten bei ihm. Sie trug wirklich extrem kurze Shorts, die ihre gewaltig durchtrainierten Oberschenkel und ihre langen Beine unterstrichen. Achim konnte nicht umhin, anerkennend zu nicken. Es war verdammt schwierig, bei so langen Gliedmaßen eine gutaussehende und große Muskulatur aufzubauen. Entweder hatte sie ein einmaliges genetisches Talent, oder sie nahm ihr Training wirklich ernst.

Sie schnappte sich die Karte und musterte sie.

„Das ist eine von Margaretas. Okay, Du darfst bleiben. Wie heißt Du?“

„Achim. Und Ihr?“

Die pinkhaarige Frau kam zu ihm und sagte:

„Kimmy.“

Achim konnte nicht umhin, ihren Körper genau zu mustern. Sie war wirklich außergewöhnlich kräftig. Ihre Arme hingen entspannt von ihren breiten Schultern, ihre Taille war ausgesprochen schlank, aber von extrem definierten Abs und Obliques durchzogen. Ihr Trainingstop war ein Neckholder mit hautengen angenähten Ärmeln, das ihre Schultern frei ließ und so noch besser zur Geltung brachte. Das Outfit war in Grau und Weiß gehalten, mit zu ihren Haaren passenden pinken Details. Achim staunte über ihre Oberweite. Die war wirklich eindeutig falsch, so rund und prall wie ihre Brüste waren.

Sie schnippte mit den Fingern:

„He, ich bin hier oben!“

Die andere Frau grinste:

„Ich hab‘ Dir gesagt, dass Du Dir Deine Möpse nicht so groß aufblasen lassen sollst. Kein Mensch schaut Dir dann noch ins Gesicht.“

Achim errötete:

„Tut mir leid. Ich habe aber auch eher auf die Schultern geschaut.“

„Ach, echt? Na, Kimmy, es besteht noch Hoffnung, dass die ganze harte Arbeit nicht umsonst war.“

„Lass‘ mich doch. Ich mag den weiblichen Look und ich mag Pink. Da darf ich doch meinen Spaß haben, oder?“

Die Dreadlockfrau wandte sich Achim zu und fragte unschuldig:

„Sag‘, Achim, findest Du, dass mir der ‚weibliche‘ Look fehlt?“

Sie grinste, als sie Achims Blicke bemerkte.

„Im Übrigen heiße ich Lea. Und wenn Du gerne Muskelmädchen beim Trainieren zusiehst, kannst Du Dich auf was gefasst machen!“

Achim wusste jetzt nicht, was er sagen sollte.

„Ich finde es geil wie stark Ihr beiden seid …“

Kimmy kicherte:

„Das kann ich mir vorstellen. Und würdest Du mir glauben, wenn ich Dir sagen würde, dass wir erst seit drei Jahren trainieren?“

„Echt?“

„Klar! Wir sind mit fünfzehn eingestiegen. Und jetzt schau‘ Dir das an!“

Sie spannte ruckartig ihren rechten Arm an. Innerhalb eines Augenblicks verwandelte sich ihre Gliedmaße in ein fleischig-trockenes Ungetüm, durchzogen von Venen und Fasern. Ihr Bizeps schwoll auf die Größe eines Apfels an. Sie lachte:

„Gehen wir’s an! Wir haben noch viel zu wachsen!“



Kimmy nahm bei der Bank Aufstellung und packte die Langhantel mit beiden Händen.

„Jetzt kannst Du ja mal sehen, wie stark wir wirklich sind!“

Lea wandte ein:

„Du solltest da vorsichtig sein.“

„Blödsinn. Schieb‘ eher an, als dass Du blöd redest!“

„Wie Du meinst …“

Kimmy spannte ihre austrainierten Arme an und begann, die Hantel zu curlen. Man konnte ihr ansehen, dass das ziemlich an ihrem Limit lag. Sie schaffte die ersten paar Wiederholungen noch ganz gut, aber dann war sie zugeschwitzt und man spürte, dass sie schlampig werden würde. Sie ächzte, als sie die Hantel wieder hochzog:

„Uuh! Sch … Gah! Scheiße … Hrr!“

Mit einem Knurren schaffte sie es erneut, das Metall hochzubekommen. Da brüllte Lea sie an:

„Komm‘ schon, Kimmy, gib’s mir! Hoch damit!“

„Hurk! Das ist echt hart!“

Achim konnte sehen, wie sich ihre Muskelfasern zusammenzogen. Unter ihrer Stirn traten die Blutgefäße hervor. Sie wirkte völlig fertig, aber sie biss die Zähne mit einem Knirschen zusammen. Ihre Lippen standen vor als sie es gerade so schaffte, die Wiederholung durchzuziehen. Man spürte, dass sie jetzt nichts lieber täte, als die Hantel einfach fallen zu lassen.

Lea baute sich vor ihr auf und schrie:

„Was soll das? Du willst aufgeben? Das ist nicht die Kimmy, die ich kenne! Das ist nicht die Kimmy, die sich ihre Wampe abtrainiert hat! Das ist nicht die Kimmy, die es all diesen Arschlöcher, die sie verspottet haben, gezeigt hat! Gib‘ mir noch drei! Los!“

„Fuck! Das ist so … Gniii! Scheiß … schwer!“

„Ich warne Dich, Mädel! Du wirst mich nicht enttäuschen! Du bist stark, Du bist hart, Du bist die Beste! Du bist ein Monster! Du hast Dich selbst aus der Scheiße gezogen! Du gibst mir noch zwei. Ist das klar?“

„Ich hasse Dich … Chrr …“

„Kimmy, ich schwöre Dir, wenn Du jetzt schlapp machst … Deine Muckis sind so scheiß stark, Du bist unbesiegbar. Das Einzige, was Dich aufhalten kann, bist Du selbst, also gib mir noch eine Wiederholung! Eine noch, klar?“

„Würg! Heilige Scheiße! Warum ist das so verfickt schwer!“

Kimmys Gesicht war völlig zur Fratze verzerrt. Ihre pinken Haare pickten auf ihrer Stirn, ihre Körper war schweißgebadet. Sie wirkte vollkommen aufgelöst. Ihre Arme zitterten, als sie die Hantel noch einmal in die Höhe brachte.

Plötzlich machte Achim einen Schritt nach vorne und legte seine Hand an ihren Bizeps. Der Fleischberg zog sich gerade wieder zusammen, seine vollkommen überbeanspruchten Fasern flatterten regelrecht, während ihre Blutgefäße förmlich zuckten. Er lächelte plötzlich, dann drückte er mit der Hand gegen die Gewichtsstange.

Kimmy sah ihn entsetzt an, aber sein Gesichtsausdruck war völlig ruhig. Er sah zu Lea hinüber und nickte ihr aufmunternd zu. Diese hatte offenbar keine Ahnung, was da von sich ging, reagierte aber, so gut sie konnte.

„Na komm‘ schon, Kimmy, ist das alles? Lässt Du Dir Dein perfektes Set echt von so einem Warmduscher verderben?“

„Himmel! Warum ist das so verflucht schwer? Ha!“

Sie brüllte auf, als sie gegen Achims Hand drückte. Der Anblick ihres völlig zerstörten Gesichtes mochte die meisten Leute abschrecken, für Achim war es ein glorreicher Moment. Kimmys Fratze war ein Zeichen absoluter Anstrengung. Sie war jenseits ihres Limits, aber sie machte immer noch weiter. Lea sah ihr tief in die Augen und beschwor sie:

„Du wirst diesem Typen doch nicht die Genugtuung geben! Gib’s ihm!“

Mit einem Knurren gelang es ihr, die Hantel wieder hoch zu bekommen.

„Hrmpf … So ein Dreck! Puh. Genug. Genug?“

Sie senkte die Hantel wieder ab und sah Achim herausfordernd an. Er blickte sie vollkommen ruhig an und stemmte sich mit beiden Armen und aller Kraft auf die Gewichtsstange. Sie stöhnte auf:

„Grr! Warum?“

Er sagte nichts. Sie spannte ihre Muskeln erneut an und fühlte, wie die Ärmel des Tops den Stoff dehnten. Irgendwie war der Stretch-Stoff nicht unbedingt für solche Belastungen gedacht. Kimmy begann, die Hantel samt Achim hochzustemmen. Zwischen ihren zusammengebissenen Zähnen sagte sie:

„Ich packe das. Ich schaffe das. Ich bin die Härteste. Ich bin die Stärkste. Ich bin eine Bestie. Ich bin ein Monster. Meine Muskeln sind die stärksten. Keine andere Frau ist so stark wie ich. Kein Mann ist stärker als ich …“

Sie schien diese Sätze wie ein Mantra zu rezitieren. Lea sah sie völlig verwirrt an. Was ging da vor? Sie fragte:

„Kimmy, was ist? Was redest Du für einen Scheiß? He!“

Achim merkte, dass die junge Frau ihn langsam, aber unerbittlich hochhob. Ihre Muskeln schwollen an. Sie drückte ihn hoch und sagte dazu:

„Meine Muskeln sind Stahl. Mein Körper ist eine Maschine. Ich ...“

Sie seufzte. Plötzlich wuchtete sie das Gewicht in hohem Bogen weg. Achim warf sich in letzter Sekunde zur Seite. Lea schaffte es gerade noch, die Hantel zu Boden zu lassen, ohne dass sich jemand verletzte.

Kimmy schien aus einer Trance zu erwachen. Ihre Arme wanderten plötzlich sonderbar nach oben, einfach weil die Belastung zu groß war. Sie starrte völlig verwirrt auf Achim. Lea stürzte sich auf ihn und bohrte ihm ihren Zeigefinger in die Brust.

„Sag‘ mal, was war denn das für ein Scheiß? Geht’s Dir noch gut? Bist Du völlig gestört?“

Achim machte einen Schritt zurück. Aus dem Augenwinkel sah er, wie Kimmy ihre massiv aufgepumpten Arme betastete. Sie wirkte völlig fertig. Dann sah sie auf und folgte ihrer Freundin:

„Was hast Du mit mir gemacht, Arschloch?“

Achim hob die Arme beschwichtigend.

„Sorry. Ich wollte niemandem weh tun. Aber … Ist Euch aufgefallen, was für ein Gewicht Du gerade bewegt hast?“

Kimmy zögerte. Sie hatte tatsächlich eine Masse gehoben, die definitiv weit über ihrem bisherigen Maximum lag. Nicht auszudenken, was da möglich wäre. Lea hingegen war immer noch zornig:

„Du kannst so eine Scheiße nicht bringen, Mann. Was, wenn sie sich verletzt hätte?“

Achim nickte:

„Sie hatte das voll unter Kontrolle. Keine Panik.“

Lea fuhr herum. Kimmy war immer noch ziemlich durcheinander. Sie nickte ihrer Freundin zu. Die Dreadlockfrau knurrte:

„Okay, mein Freund. Soll sein. Aber wehe Du verarscht uns. Sonst …“

Mit diesen Worten packte sie eine der großen Gewichtsscheiben.



Achim sah sie interessiert an. Was kam jetzt? Was hatte sie vor?

Die junge Frau blickte ihn ernst an. Es war klar, dass ihr nicht zum Spaßen zumute war. Plötzlich spannte sie ihren Schultergürtel an. Es sah ziemlich beeindruckend aus. Während Kimmy immer noch wieder zurück fand und ihr ausgemergelt-übertrainierter Körper zitterte, drückte Lea kräftig gegen die Platte. Kimmys Muskeln hoben und senkten sich während sie versuchte, ihre Atmung wieder zu normalisieren. Mit jedem Atemzug verschob sich das absurde Geflecht aus Muskelfasern und pumpenden Venen. Ihre runden Brüste bebten als sie sich endlich wieder einkriegte.

Lea hingegen machte ein angestrengtes Gesicht. Sie fokussierte ihre Kraft auf das kalte, schwarze Metall in ihren Händen. Kimmy fragte ächzend:

„Was hast Du vor, Lea?“

„Ich zeige es … Khh … diesem Typen. Ich werde nicht dulden, dass er uns … Hrr … verarscht.“

Ihre Finger bohrten sich regelrecht in die Platte. Die Linien ihrer Schläfen wurden gut sichtbar, ihre Lippen öffneten sich. Achim konnte ihre weißen, ebenmäßigen Zähne sehen. Sie spannte weiter an. Ihre Trapezii blähten sich auf, ihr Hals wurde zu einem sehnendurchzogenen „V“ der unbändigen Kraft.

Kimmy warnte sie:

„Pass‘ auf, nicht dass Du Dir etwas tust.“

Sie wirkte ernsthaft besorgt:

„Ich sehe was Du vorhast, aber bis auf die Chefin hat das noch keiner geschafft!“

„Scheiß drauf! Ich … Hrk … zeig’s ihm!“

Ihre Armmuskulatur verwandelte sich in eine wuchtige mechanische Presse. Für einen Augenblick hatte Achim ernsthaft Angst, dass irgendein Blutgefäß in ihrem Kopf platzen würde, so angestrengt sah sie aus. Sie zwang sich dazu, noch mehr Kraft zu mobilisieren. Ihre im Wesentlichen freiliegenden Brustmuskeln spannten sich noch weiter an. Sie verschmolzen zu zwei eisernen Bögen, die sich ineinander verkeilten und ihre inexistenten Brüste zusammengequetscht hätten. Sie wölbten sich hoch bis zu ihrem Hals.

Für einen Augenblick ließ Lea los. Kimmy atmete auf. Vielleicht würde ihre Freundin sich wieder beruhigen?

Weit gefehlt.

Lea sah zu ihr hinüber:

„Was ist? Was bist Du für eine Freundin?“

Plötzlich schien das pinke Girlie zu verstehen, was von ihm verlangt wurde und sie nickte:

„Oh. Sorry. Ja, natürlich. Komm‘ schon, Lea. Du schaffst das!“

„Ich kann Dich nicht hören!“

Kimmy sprang auf, ihr ausgepowerter Körper plötzlich von neuer Energie erfüllt. Sie nahm neben ihrer Freundin Aufstellung und erklärte:

„Wenn Du Dir sicher bist …“

Achim erschrak beinahe, als er Leas aufgebrachten Gesichtsausdruck sah. Ihr Blick war dermaßen bestialisch, dass er befürchtete, dass Lea ihm gleich die Gurgel durchbeißen würde. Kimmy hingegen bestärkte ihre Freundin:

„Alles klar! Gib ihm!“

Lea knurrte und spannte an. Ihre Hände bohrten sich in das nunmehr aufgewärmte Metall.

Kimmy schrie:

„Mach‘ ihn fertig, Lea. Du bist meine Muskelbestie! Du bist meine Eiserne Sau!“

Achim wusste nicht, was er sagen sollte, also starrte er auf das Metall. Tatsächlich, da geschah etwas. Leas Körper hatte sich versteift. Ihre Muskeln quollen auf, die Fasern ihrer Arme schwollen an. Ihr Oberkörper verformte sich zu einem Ring aus Eisen, kraftvoll genug, um alles zu zermalmen.

„Arrgh! Komm‘ schon, Du Drecksscheibe!“

„Lea! Zerstör‘ ihn! Für mich!“

„Fick …“ Leas Arme schienen sich in eine Hydraulikpresse zu verwandeln. Ihre Bizepse wuchsen zu Orangen heran. Ihre Unterarme schwollen zu prallen Keilen der Kraft an. An ihren Schultern konnte man das Pulsieren der massigen Muskelstränge bewundern. Ihr Hals war völlig von Muskeln umschlossen. Sie schien regelrecht zu beben.

„Hrk!“

Mit einem Ruck schaffte sie den Anfang. Nun gab es kein Halten mehr. Die Scheibe hatte plötzlich eine Art weichen Knick, und diese Schwäche würde die Dreadlockfrau ausnutzen. Sie fokussierte ihre Kraft mit einem unbarmherzigen Stöhnen. Ihre Freundin spornte sie an:

„Gleich hast Du’s! Lea, ein bisschen noch! Mehr! Komm‘ schon. Gib‘s mir! Zeig‘ mir, was Du für eine Bestie bist!“

„Ich geb’s Dir gleich! Gaah!“

Sie warf sich noch einmal in die Scheibe, ihre Muskeln schienen auf völlig wahnwitzige Art noch einmal weiter anzuschwellen. Achim bemerkte es zuerst nur unterbewusst, aber da war ein echt widerliches Geräusch in der Luft, und es wurde immer schriller und lauter. Zuerst wusste er nicht, wo es herkam, aber dann wurde ihm klar, dass es das leidende Metall war, das so einen erbärmlichen Schmerzensschrei ausstieß.

Plötzlich schien Kimmy nervös zu werden:

„Sag‘, was ist mit Deinen Muckis los? So groß waren die ja noch nie …“

Achim bemerkte es jetzt auch. Ihre Arme waren längst weiter angeschwollen, und statt Orangen schienen jetzt Grapefruits unter dem grün-gelben Stoff zu wachsen. Lea hörte die beiden nicht mehr.

Sie war völlig in ihrer unglaublichen Anstrengung versunken.

„Hrngh! Sch … Verfluchter …“

Mit einem weiteren Anlauf zwang sie die Scheibe in eine Kurvenform. Ihre Muskeln pulsierten stark genug, als dass es wirkte als würde der Stretch-Stoff jeden Moment wegfließen. Die Masse ihres Körpers erhöhte sich scheinbar. Das Metall kreischte und schrie als Lea ihre Kraft voll ausspielte. Ihr Gesicht war ein Sinnbild von Schmerz, Verzweiflung und unaufhaltsamer, wahnsinniger Aggression. Diese Scheibe musste jetzt sterben!

Achim machte instinktiv einen Schritt zurück. Kimmy wusste nicht recht, wie sie reagieren sollte. Sie überlegte ernsthaft, ihrer offensichtlich wahnsinnig gewordenen Freundin eine Ohrfeige zu verpassen, um sie aus ihrer Trance zu befreien, aber irgendwie fürchtete sie sich vor ihrer Reaktion. Leas Rücken breitete sich wie Flügel aus als ihre Arme das Metall langsam, aber unerbittlich zu einem Halbkreis verformten. Sie stieß ein unmenschliches Grollen hervor:

„Graaah!“

Mit einem plötzlichen Krachen platzten die Nähte an ihrem Top.

Der Effekt war völlig bizarr. Von einer Sekunde zur anderen rissen die Seiten der Ärmel auf. Das Gelbe und das Grüne spalteten sich voneinander, ihre vollkommen überladenen Muskeln quollen hervor und platzten durch den Stretch-Stoff. Achim konnte die tiefen Schnitte und Täler ihrer nahezu übermenschlichen Muskeln erkennen. Der Anblick war schockierend. Als sie ihren Rücken ein weiteres Mal mit voller Kraft ins Spiel brachte, geschah, was man sich schon erwartete.

Das Top, ohnehin schon von ihren Muskeln an die Grenzen seiner Belastbarkeit gebracht, riss in der Mitte durch. Hätte sie Brüste wie Kimmy gehabt, wären diese wohl hinausgeploppt und vielleicht ein wenig herumgehüpft. Bei Lea nicht. Ihre Brustmuskulatur war ein unverständliches Gewirr aus Fasern, Strängen und Blutgefäßen, aus dem verloren zwei gequetschte Nippel herausstanden.

Weder Achim noch Kimmy hatten allerdings die Gelegenheit, dieses bizarre Phänomen zu bewundern, weil in diesem Augenblick das Metall einen ohrenbetäubenden Heuler produzierte, der im selben Augenblick von Lea aufgenommen wurde.

Die Platte war zur Röhre geworden.



Völlig erschöpft und ausgepowert ließ Lea sie fallen. Das Metall sprang jämmerlich ein paar Zentimeter hoch und blieb dann besiegt und erniedrigt liegen. Lea starrte die Platte eine Weile lang an, bis ihr endlich klar wurde, dass sie oben ohne war. Langsam, wie in Trance, führte sie ihren linken Arm zu ihrer Brust und bedeckte sie. Die letzten Reste des Stoffs glitten von ihr herab.

Sie brauchte eine Weile, dann stieß sie hervor:

„Hast Du mich verstanden, Arschloch?“

Achim nickte. Kimmy ebenfally. Sie meinte:

„Mann, Lea, was war das? Wie hast Du das gemacht?“

„Keine Ahnung. Das war echt … unglaublich. Ich war wie … hypnotisiert.“

Kimmy nickte, ihre geschminkten Lippen zu einem Schnütchen verzogen.

„So ähnlich war es bei mir auch.“

Lea schien zu begreifen und wandte sich Achim zu:

„Okay, Freundchen. Ich gehe mich jetzt umziehen. Du darfst bleiben. Aber Gnade Dir Gott, wenn Du Dir irgendwas erlaubst.“

Achim nickte bereitwillig. Das Schauspiel hier würde er sich nicht entgehen lassen.



Die beiden jungen Frauen gingen in den Umkleidebereich. Kimmy meinte:

„Wow. Das war ja wirklich unglaublich. Wenn dieser Trottel uns wirklich helfen kann …“

Lea nickte:

„Puh. Das wäre schon was. Stell‘ Dir vor, wir hätten so einen Typen schon früher gehabt.“

Kimmy grinste. Sie erinnerte sich an ihr früheres Ich. Lea und sie waren beide pickelige, dickliche Teenagerinnen gewesen. Sie hatten dann eines Tages genug gehabt von all den Hänseleien und hatten begonnen, gemeinsam zu trainieren. Es fing ganz harmlos an. Einfach ein paar Übungen aus dem Internet nachmachen und mal probieren. Und dann passierte, was ihr Leben für immer veränderte. Es machte ihnen Spaß und sie blieben dabei. Nach ein paar Wochen waren die beiden Mädel schon ziemlich fit. Sie hatten auch ihre Ernährung umgestellt und hatten begonnen ernsthaft von Fett auf Muskeln zu wechseln. Als sie dann gemeinsam in die neue Schule wechselten, konnten sie ihren Auftritt völlig neu machen. Der Effekt war beachtlich.

Anstelle dass man sie wie früher gehänselt und verspottet hätte, brachten sie sich gleich als Chefinnen in Stellung. Das war ja auch passend, immerhin waren die beiden superfit und zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich schick gekleidet. Kimmy hatte ihre Leidenschaft für pink entdeckt und stopfte schon ihre Tops aus, während sie sehnlichst darauf hoffte, sich endlich ihre Brüste machen zu lassen. Lea hatte ihre Bauchmuskeln so rauftrainiert, dass den meisten Menschen die Tränen kamen, wenn sie sie sahen.

Und damit begann ihre Schreckensherrschaft über die Schule.

Die beiden Mädels schenkten sich nichts. Sie ergänzten ihr weiterhin hartes Training mit Kampfsport und ließen die anderen Schüler und Schülerinnen für alle bisherigen Erniedrigungen büßen. Innerhalb von erstaunlich kurzer Zeit begannen sich die anderen vor ihnen zu fürchten, während sich ihr Leben zunehmend angenehmer gestaltete. Sie klopften die anderen Leute nach Geld ab und finanzierten damit ihren doch recht extravaganten Lebensstil.

Versuche der Schulleitung und der Eltern, das zu unterbinden, gab es nicht. Dafür waren Lea und Kimmy schlicht zu bedrohlich. Dazu kam noch, dass sie in Gegenwart von Autoritätspersonen plötzlich handzahm waren und mit guten Leistungen und viel Engagement auffielen. Ihre Sportlichkeit und Intelligenz brachte der Schule einige Preise und Trophäen ein, und irgendwie konnte sich keine der Lehrkräfte vorstellen, dass ausgerechnet diese beiden Einser-Schülerinnen, die so liebenswürdig und engagiert waren, die anderen terrorisieren würden. Das war sicher nur Eifersucht.

Dennoch blieb der Gedanke, dass es eines Tages eine Rache geben könnte.



Dann war es soweit. Lea und Kimmy waren gerade im Schulturnsaal trainieren. Sie hatten von der Schulleiterin die Erlaubnis bekommen, die Räumlichkeiten auch außerhalb der Schulzeit zu nutzen und machten dort ordentliche Fortschritte. Die beiden jugendlichen Amazonen waren gerade damit beschäftigt, Langhanteln zu stemmen, als plötzlich eine Riesengruppe Jungs bei der Tür hereinplatzte.

Lea staunte:

„Was wollt Ihr denn hier? Wollt Ihr Euch was abschauen?“

Sie lachte. Kimmy zögerte. Die Typen machten ziemlich wilde Gesichter. Ruckartig brüllte einer „Auf sie!“ und dann stürmten sie auf Lea und Kimmy los. Die beiden Mädels ließen ihre Fäuste spielen und schafften es, ein paar der Angreifer außer Gefecht zu setzen, aber es waren definitiv zu viele. Ehe sie es sich versahen, waren sie getrennt und gefesselt. Die schweren Seile, die man für Kletterübungen verwendete, bissen in ihre Haut. Die Jungen hatten sie wie Samson an die großen Säulen, die die beiden Hälften der Turnhalle trennten, gebunden.

Der Rädelsführer baute sich vor den beiden gefesselten jungen Frauen auf und lachte:

„Ha! Die Zeit ist gekommen für unsere Rache! Ihr werdet uns nie wieder angehen!“

Lea grinste:

„Blödsinn. Lass‘ uns jetzt frei und ich schwöre Dir, dass ich Dir nicht Deinen Kopf in Deinen eigenen Arsch stecke.“

„Ach ehrlich? Jetzt noch Drohungen? Ihr seid schon ziemlich blöd. Eure einzige Chance hier rauszukommen, ist, Euch zu entschuldigen. Und selbst dann …“

„Freundchen, ich fürchte, Du hast gerade Deine Chance verspielt. Du wirst Dir noch wünschen, nie geboren worden zu sein, nicht wahr, Kimmy?“

Kimmy lachte spöttisch:

„Ihr Trottel. Haut am besten jetzt ab, bevor wir uns Eure Gesichter merken.“

„Vergesst es. Die Seile sind fest genug. Da kommt Ihr so schnell nicht raus. Also. Ein bisschen um Gnade flehen und die Sache ist schnell vorüber.“

Lea lachte nur und nickte zu Kimmy hinüber. Dann spannten sie an.

„Ihr kleinen Scheißer seid so jämmerlich. Euch wird gleich Hören und Sehen vergehen!“

„Komm‘ schon, Lea! Gib’s ihnen. Zeig‘ Ihnen, was Du für eine Bestie bist!“

„Kimmy, Du bist meine Allerhärteste. Einmal kräftig anspannen und dann versohlen wir diesen Weichlingen die Ärsche, dass sie sich bis Semesterende nicht setzen können!“

„Genau, Ihr kleinen Wichser! Jetzt kriegt Ihr die Rechnung präsentiert. Wir machen Euch fertig!“

Die beiden Muskelmädchen spannten ihre Arme ruckartig an. Die Seile zogen sich straff und die Burschen merkten, dass hier etwas schief lief. Einer von ihnen meinte:

„Seid Ihr sicher, dass die Seile das halten werden?“

„Mann, klar doch. Den Weibern geht doch eh die Puste aus.“

„Bist Du Dir da so sicher?“

Sie starrten auf die beiden Frauen, die wieder und wieder ihre Muskeln anspannten. Jedes Mal schienen sie größer, härter und dichter zu werden. Jeder Ruck ließ die Seile straffer wirken.

„Kimmy, mach‘ Dich groß. Du musst diese Trottel pürieren, verstehst Du mich?“

„Ich verstehe Dich perfekt. Ich zieh‘ hier so lange an den Scheiß-Seilen, bis sie reißen und dann dehne ich diesen Hoden ihre Ärsche!“

Lea knurrte, als sie sich erneut in die Seile warf. Ihre Muskeln schienen jetzt tatsächlich größer und stärker.

„Grr. Den Ärschen zeig‘ ich’s. Das haben sie sich selbst eingebrockt. Mann! Ich liebe es, wenn meine Muskeln so richtig ziehen!“

„Hrk!“ Kimmy hatte ihre Arme erneut mit voller Kraft angespannt. „Wir machen Euch so fertig, Ihr Schisser. Dauert nur noch einen Moment. Ihr könnt noch schnell beten, wenn Ihr glaubt, dass Euch das was bringt!“

Die Jungen machten ein paar Schritte zurück. Sie hatten ehrlich nicht damit gerechnet, dass so etwas passieren würde. Eigentlich hatten sie erwartet, dass den Mädels schnell die Puste ausgehen würde. Nein, mehr noch. Sie hatten damit gerechnet, dass sie um Gnade flehen würden. Das war dann wohl eher nicht passiert. Vielmehr schienen sich die beiden immer mehr gegenseitig aufzuputschen.

„Kimmy, Du kriegst ja richtig große Muckis davon! Gnh. Kannst Du Dir vorstellen, wie sich das anfühlt, wenn wir den Vollidioten so richtig die Hintern versohlen. Und dann machen wir ein richtig hartes Training. Wir werden absolute Monster sein und die Typen werden es als erste spüren!“

„Lea, Du bist so geil. Deine Muckis sind mein Sexding.“ Sie zischte zwischen den Zähnen. „Es fühlt sich so geil an. Zss.“ Sie wandte sich an die Schüler. „Wenn Ihr noch ein bisschen länger leben wollt, solltet Ihr mal echt nach den Seilen sehen. Denn hier geht’s gleich rund!“

Und mit diesen Worten spannte sie ihre Muskeln mit aller Kraft an. Die Fasern unter ihrer Haut zogen sich weiter zusammen und sie spürte, dass es dieses Mal um einiges weiter ging als sonst. Da war echte Kraft dahinter, eine Kraft, die sie so noch nie gespürt hatte. Sie kniff die Augen zusammen und spürte tief in sich hinein. Sie bemerkte, dass ihr Körper litt und dass diese Belastung fast zu viel für sie war aber sie musste da durch. Hier ging es um alles: Das war der entscheidende Schritt, mit dem sie endlich ihr unförmiges, undiszipliniertes Leben hinter sich lassen würde. Sie würde ihren verwandelten Körper verinnerlichen und damit endlich die Freiheit erlangen, nicht nur diese Idioten zu beherrschen, sondern sich auch selbst vollständig zu kontrollieren. Selbsterkenntnis durch die Kraft ihrer Muskeln, sozusagen.

Sie zog ihre Bizepse stärker zusammen, obwohl sie schon schwören konnte, dass sie ohnehin schon am Zerreißen waren. Egal. Da musste sie jetzt durch. Sie hörte Kimmy neben sich stöhnen. Offenbar dachte ihre Freundin dasselbe.

„Ungh. Könnts schon mal loslaufen, wenn Euch Eure Ärsche was bedeuten!“

„Gah! Scheiße, tut das weh!“

Während die Muskeln der beiden Frauen anschwollen, bekamen es ihre Möchtegern-Peiniger mit der Angst zu tun. Der Anführer quäkte:

„Schnell! Haltet sie fest. Haltet sie!“

Sofort liefen die mutigeren, und wohl auch dümmeren der Burschen los und hingen sich an ihre Arme. Lea spürte ihr Gewicht und ihre verzweifelte Kraft. Sie konnte darüber nur lachen:

„Echt jetzt? Das ist alles, was Euch einfällt? Ihr hängt uns mit fetten Seilen an irgendwelche Steinsäulen, und dann glaubt Ihr, dass uns das in irgendeiner Form aufhält?“

„Haha! Was für Trotteln!“ Mit einem „Hrmpf!“-Geräusch spannte Kimmy ihre ohnehin schon obszön kräftigen Muskeln weiter an. Der Effekt war schockierend. Sie hörte eine befremdete Stimme aus der Masse an Dümmlingen:

„Sag‘, kommt mir das nur so vor, oder werden die Muskeln bei Kimmy wirklich größer?“

Sie biss die Zähne zusammen, als sie die Last der vier Jungs auf ihren Armen spürte. Es war schon ein wenig hart. Aber es war auch zwecklos.

Mit einem ohrenbetäubenden Krachen rissen die Seile, zuerst bei Lea, dann bei Kimmy. Die Burschen, die sich an sie drangehängt hatten, wurden durch den Raum geschleudert. Es war ein Riesenglück, dass die Seile nicht zu wild peitschten. Sie hätten wahrscheinlich jemanden umgebracht.

Kimmy und Lea sackten einen Augenblick zusammen. Die Anstrengung war doch gewaltig gewesen. Sie saßen kurz auf ihren vier Buchstaben, völlig ausgelaugt, aber aufgepumpt wie Olympionikinnen.

Ihre Angreifer sahen sie an, dann blickten sie sich um und rannten.



Lea war als erste wieder da. Sie hielt Kimmy ihre Hand hin und zog ihre Freundin auf die Beine. Sie grinste böse:

„Na, was hieltest Du davon? Schnappen wir uns diese Warmduscher und versohlen ihnen so richtig die Ärsche?“

Kimmy schlug mit ihrer Faust in die Handfläche:

„Aber hallo. Natürlich machen wir das. Die kleinen Scheißer sollen sich doch noch ihren Lohn abholen.“

Sie gingen los, hinein in die dunklen Gänge des Gebäudes. Lea blieb einen Moment stehen und sah sich Kimmys Silhouette an.

„Wahnsinn. Du bist so verflucht aufgepumpt, da kann sich eine Luftmatratze noch was abschauen.“

„Eine Luftmatratze aus Stahl, Lea.“

Sie spannte ihre Oberkörpermuskulatur noch einmal an. Der Anblick war verstörend.

„Die machen wir so fertig. Das wird geil!“

Wie die beiden Muskelmädchen durch die Anlage schritten, das hatte schon etwas. Sie waren stolz, erhaben und völlig ungerührt von ihrer Umgebung.

So konnten sie auch überrascht werden. Allerdings nicht sehr tiefgreifend.



Lea und Kimmy hatten gerade ein paar Trottel gefunden, die sich notdürftig in einer Abstellkammer versteckt hatten und ihnen gründlich die Hintern versohlt. Die Deppen hielten sich ihre Gesäße, entsetzt über die Kraft der beiden Muskelweiber. Kimmy rief aus:

„Ist das alles? Ein paar Vollidioten, die sich in einer Besenkammer anscheißen?“

Mit einem letzten Tritt beförderte sie den größten der Flüchtigen auf den Boden. Er landete auf seiner Fresse und stöhnte.

Lea lachte:

„Was für Idioten! Nicht einmal ein bisschen Mühe geben sie sich!“

In diesem Augenblick gab es einen gurgelnden Schrei, Fußgetrappel und zwei Burschen stürmten mit einer Eisenstange und einem Baseballschläger bewaffnet auf sie zu. Kimmy konnte sich noch rechtzeitig zu ihnen drehen. Sie packte den ersten Typen an seiner Stange und wirbelte ihn regelrecht durch die Luft. Der Anblick war faszinierend. Der Junge schien geradezu schwerelos, von der unbarmherzigen Macht der Muskeln hochgeschleudert. Er überschlug sich und landete mit einem Platschen auf seinem Gesicht.

Lea ließ den anderen Angreifer näherkommen. Anstelle, dass sie seinen Angriff abwehrte oder ihm auswich, spannte sie ihre Bauchmuskeln an. Diese verschränkten sich zu einem stählernen Geflecht aus blockförmigem Fleisch. Selbst Kimmy musste zugeben, dass das extrem aussah. Der Baseballschläger traf ihren Bauch mit voller Wucht. Der panische Angreifer konnte nicht mehr zurückziehen und war völlig von Sinnen vor Angst. Und dennoch … Jeder andere Mensch wäre wohl hier zusammengeklappt. Lea nicht. Der Schläger prallte nicht ab, so weit ging es noch nicht, aber er federte sonderbar durch. Der Angreifer starrte das Holz an. Hätte da nicht etwas passieren sollen?

Die junge Frau grinste.

„Echt jetzt? Da hast Du einen Baseballschläger in der Hand, haust mit voller Wucht zu, und ich spüre das bestenfalls ein bisschen? Wie jämmerlich seid Ihr Jungs eigentlich?“

Sie entwand ihm den Schläger. Der Junge machte einen zitternden Schritt zurück, während der andere Angreifer mühselig wieder auf die Füße kam.

Die Jungs wollten weglaufen. Sie sammelten sich und waren völlig sprachlos vor Angst. Lea lachte:

„He! Stehengeblieben! Bevor Ihr wegrennt, um Euch in Euren Bettchen die Hosen voll zu pischen, noch ein kleines Erinnerungsstück, damit Ihr nicht vergesst, wo Euer Platz ist!“

Sie nahm den Schläger in beide Hände, die Linke am Griff, die Rechte am anderen Ende. Mit einem Ruck spannte sie ihre wuchtigen Schultern an. Der Anblick ließ das Blut in den Adern der Schüler gefrieren. Sie starrten auf Leas Arme, die vor Anstrengung weiter anschwollen. Die Venen und Fasern ihrer Muskeln wuchsen an. Sie biss die Zähne genüsslich zusammen. Ihre Stirn überzog sich mit einem Film aus Schweiß. Sie knurrte und grunzte, was nicht sehr mädchenhaft war. Gar nicht.

Stattdessen wurde ihre Mühe mit einem Knacken belohnt. Kimmy entfuhr es:

„Scheiße. Hast Du gerade …“

Lea öffnete die Augen. Durch den Baseballschläger zog sich ein feiner Riss. Die junge Muskelfrau drückte noch einmal zu.

„Grrr … Gah!“

Der Ausruf wurde von einem erneuten Anspannen begleitet. Mit einem Krachen zerbarst der Schläger in ihren Händen. Feine Holzsplitter stoben auseinander. Sie ließ den zersprungenen Holzkegel fallen. Dann schüttelte sie ihre geröteten Hände aus.

Lea wandte sich Kimmy zu:

„Hast Du auch was für unsere Freunde?“

„Aber immer doch.“

Die pinke Amazone ergriff die Metallstange mit beiden Händen und spannte ihre Muskeln an. Zunächst geschah nichts. Die Burschen lachten erleichtert auf. Offenbar war der Wahnsinn vorbei … Sie hatten es irgendwie geschafft, in ein paar Augenblicken die eben vorgeführte unbegreifliche Kraft Leas auszublenden. Dass die mädchenhaftere Amazone nicht in der Lage war, diese Stange zu verbiegen, erleichterte sie irgendwie. Kaum einer von ihnen wunderte sich, dass sie es überhaupt versuchte.

Kimmy lächelte kurz, nickte Lea zu. Diese spornte sie an:

„Komm‘ schon. Ich weiß, dass Du das kannst. Ich vertraue Dir.“

Die junge Frau spannte erneut an. Ihre Muskeln quollen auf wie eiserner Teig. Die Jungs starrten auf ihre Hände. Ihre Knöchel wurden schneeweiß, ihre Arme versteiften sich. Ihre Stirn legte sich in Falten, die Schminke ihrer Augen verrann unter den Tropfen von Schweiß und Tränen. Sie lächelte grimmig, als sie mit aller Kraft die Stange attackierte. Einer der Angreifer wollte noch etwas sagen, da gab es ein unangenehmes, quiekendes Geräusch. Zu ihrem absoluten Schrecken begann sich die Stange in ihren schraubstockartigen Händen zu verbiegen.

Schnell wurde aus der Stange eine Art Fischform. Sie ließ sich nicht beirren. Das metallische Heulen erfüllte die dunklen Gänge der Schule.

Augenblicke später warf sie eine stählerne Bretzel vor die Füße der Möchtegernbestrafer.

Kimmy atmete tief und sagte:

„So. Ihr habt gesehen, dass wir unaufhaltsam sind. Weder der Baseballschläger, noch die Metallstange haben Euch irgendwas genutzt. Das Einzige, das Ihr geschafft habt, ist uns wütend zu machen. Und ob das eine gute Idee war …“

Lea hakte ein:

„Ihr macht uns wütend, aber unsere Wut macht uns nur stärker. Ihr kleinen Scheißer habt Euer eigenes Grab geschaufelt!“

Mit diesen Worten spannte sie ihren Oberkörper an und wölbte ihre Schultern nach vorne. Ihre Rücken- und Brustmuskulatur schwoll gefährlich an. Kimmy spiegelte ihre Pose. Die beiden jungen Frauen knurrten einander lustvoll an und bewunderten ihre vor Muskeln überquellenden Körper. Die Typen machten sich daran, so schnell wie möglich davonzuschleichen. Es wurde ihnen klarer und klarer, dass die Mädels noch mit sich beschäftigt waren und sie vielleicht noch entkommen konnten.

Kimmy spannte ihre Muskeln erneut an und übertraf ihre Masse sogar noch.

„Hrrr! Das ist so geil!“

„Gib’s mir, Du Muskelsau!“

„Na warte! Schau‘ Dir diese Arme an, Schwester!“

„Gnih. Gib Dir meine Schultern. Kein Kerl an der Schule ist auch nur halb so groß!“

„Lea, Du bist meine Muskelschlampe!“

„Fuck! Ich liebe Dich und Deine fetten Kabeln!“

Die beiden jungen Frauen waren so von ihren wachsenden Muskeln eingenommen, dass sie gar nicht merkten, wie sich ihre Opfer entfernten. Erst als bei Kimmys Top der Schulterträger riss, wurden sie aus ihrer Muskeltrance gerissen.

„Okay, Scheiße! Wir müssen diese kleinen Wichser noch fertigbestrafen.“



Am nächsten Tag fand der Schulwart die Burschen in einer kleinen Kammer des Kellers. Sie saßen alle auf einem Haufen, immer noch zitternd und bibbernd vor Angst. Der Rädelsführer schreckte auf, als er die Tür öffnete. Er sah ihn völlig entgeistert an.

„Sind sie weg?“

„Wer?“

„Die …“

Er wurde von den anderen unterbrochen.

„Nichts. Alles ist bestens. Sie sind weg. Das ist was zählt. Danke. Wir gehen jetzt.“

Die Burschen standen auf und verließen ganz vorsichtig und sehr leise den Raum. Sie machten keinen Mucks und waren sehr darauf bedacht, nicht aufzufallen. Der Schulwart schüttelte den Kopf. Was auch immer.

Da fiel ihm auf, dass die Jungs so seltsam schwerfällig gingen. Er ging ihnen hinterher und fragte:

„Was ist Euch denn passiert?“

„Nichts. Alles ist bestens.“

„Das habt Ihr schon einmal gesagt. Was ist los?“

„Nichts. Nichts. Haben Sie einen Seitenschneider?“

Kimmy und Lea feixten, als sie die jungen Männer aus dem Versteck beobachteten. Sie mühten sich mit dem Werkzeug ab und versuchten, all die Metallringe abzuzwicken, die die beiden Muskelfrauen ihnen angehängt hatten. Jeder von ihnen hatte ein von Hand verbogenes Stück Stahlrohr an seinem Fuß, wie ein Ring. Die Typen hatten sich ernsthaft unten im Heizungskeller versteckt und gehofft, dass sie dort nicht bemerkt werden würden.

Weit gefehlt.

Lea und Kimmy hatten die verbarrikadierte Tür aufgebogen und dann die Trottel durch den abgekühlten Raum gehetzt, bis ihnen die Puste ausging. Einen hatten sie regelrecht von der Lampe herunterpflücken müssen. Sie hatten jedes Versteck ausgeschwemmt und die Jämmerlinge dann allesamt zusammengetrieben. In ihrer Brutalität und Muskellust hatten sie die Idioten einen nach dem anderen entweder so weit eingeschüchtert, dass sie sich überhaupt nicht mehr trauten, noch irgendwas zu tun, oder einfach in den Schraubstöcken ihrer Arme bewusstlos gedrückt.

Als sie nach getaner Arbeit gingen, war ihnen klar, dass ihre Herrschaft über die Schule nun absolut war.



Kimmy grinste:

„War schon geil, was?“

„Hammer. Sag‘, wenn der Typ uns wirklich antreibt und wir uns da ordentlich steigern können, warum legen wir nicht noch eine Runde ein?“

„Gerne! Curls wären geil! Kannst Du Dir vorstellen, wie das ausschauen muss, wenn man so richtig aufgeblasen ist?“

„Kimmy, Du bist jetzt schon richtig aufgeblasen. Willst Du wirklich noch größere Titten?“

„Du weißt genau, was ich meine. Aber ja … Wenn meine Muckis so richtig riesig sind, brauche ich natürlich auch größere Brüste. Ich versteh‘ ja sowieso nicht, warum Du Dir keine machen lässt?“

Lea grinste:

„Ich will mir nicht die Sicht auf meine Brustmuskeln und meinen Bauch verstellen.“

Kimmy nickte.

„Ist ein Argument.“

„Na gut, dann wollen wir mal!“

Sie zogen sich schnell an, dann gingen sie zu Achim hinüber.

„Du hast uns da vorhin so nett angefeuert.“

„Ja …“

„Wir würden noch eine Zusatzrunde anhängen. Bist Du dabei?“

„Immer doch.“

Die beiden jungen Frauen marschierten zu den Cross Curl-Maschinen. Achim staunte. Die Geräte waren doch wesentlich massiver gebaut als die, die sie in seinem normalen Studio hatten. Die Kabel waren richtige Trossen und die Gewichte gingen doch ein ordentliches Stück weiter als bei normalen Trainingsmaschinen.

Lea fragte:

„Willst Du mal probieren?“

Er nickte und wollte das Gewicht einstellen. Da fiel ihm auf, dass die Mindeststufe schon ziemlich über seinem eigentlichen Maximum lag.

„Was sind denn das für komische Geräte?“

„Die wurden von den Chefinnen angeschafft. Kimmy hat mal die unterste Stufe geschafft.“

„Und dann war ich geschafft!“

Die pinke Frau kicherte.

„Okay. Ich kann’s ja mal probieren.“ Achim schnappte sich einen der Griffe. „Puh. Das ist schwer. Scheiße.“ Er zog an dem Kabel. Keine Bewegung.

„Wow. Wie schwer ist das?“

„Die großen Mädels fangen bei hundert Kilo an.“

„Echt? Fuck.“

„Ziemlich.“

Achim zog mit beiden Händen am Kabel. Das ging ein bisschen. Lea grinste:

„So, Du Obermotivator. Zeig‘ uns, was Du kannst.“

Kimmy und Lea lockerten sich ein bisschen, dann hingen sie sich ein. Sie mussten sich schon ziemlich anstrengen, um beide Hände bereit zu haben, aber schließlich waren sie bereit.

Lea lehnte sich nach vor und zog. Sie spannte ihre ohnehin schon gewachsenen Arme kräftig an. Das Gewicht bewegte sich nur wenig, aber sie biss die Zähne zusammen. Das musste ja eigentlich funktionieren. Sie spürte, wie sich die Gewichte ein klein wenig nach oben schoben. Ihre Brustmuskeln fühlten sich furchtbar an. Vielleicht war es doch eine blöde Idee gewesen, nach dem vorigen harten Training noch sowas anzuhängen. Egal.

Kimmy sah zu ihr hinüber. Die Pinke war ebenso fertig wie sie.

„Verflucht. Das ist echt hart.“

„Kimmy, Du darfst jetzt nicht aufgeben. Wir schaffen das!“

„Ach geh. Eigentlich will ich nur noch entspannen!“

„Blödsinn! Zeig‘ mir, dass Du eine Bestie sein willst!“

Achim grinste. Den beiden Frauen beim Hochkämpfen des Gewichts zuzusehen, war eine Freude. Die waren wirklich verbissen, das musste er zugeben. Er hätte nie gedacht, dass es ihnen gelingen würde, diese Massen auch nur ansatzweise hochzubekommen, und siehe da, ein paar Zentimeter waren schon geschafft.

Er rief:

„Kommt schon. Ihr schafft das. Gebt Euch mal einen Ruck und pumpt!“

„Scheiße, Mann, ich hasse Dich!“

Lea knurrte, als sie darum kämpfte, die Kabel vor ihrer Muskelbrust zusammen zu bringen. Das musste doch gehen! Sie zwang sich, ihre Muskeln weiter anzuspannen. Schweiß trat aus ihrer Haut. Mist. Sie würde sich gleich wieder duschen müssen, aber was hatte sie auch erwartet. Mit unendlicher Anstrengung gelang es ihr, die Übung abzuschließen. Sie hielt mit aller Kraft gegen den Zug der Lasten. Irgendwie schaffte sie es, zu Kimmy hinüber zu sehen. Die Plastikpinkfrau war an derselben Stelle angelangt. Ihr Gesicht war von der Anstrengung völlig verzerrt. Man konnte erkennen, dass sie am Ende ihrer Möglichkeiten war. Ihre Lippen wölbten sich nach außen und sie biss die Zähne zusammen, dass ihr Gesicht ganz weiß wurde.

Langsam ließen sie das Gewicht wieder herunter.

Achim lächelte sie an und sagte:

„Eins.“

Kimmy explodierte beinahe vor Zorn:

„Echt jetzt? Du willst da jetzt ernsthaft, dass wir Wiederholungen pumpen? Bist Du völlig gestört?“

Achim hob nur einen Finger und zeigte mit der anderen auf ihn. Das amüsierte ihn gerade prächtig. Er fügte hinzu:

„Kommt schon. Ihr wolltet den Tritt in den Arsch, jetzt braucht ihr nicht zu weinen, wenn es ein bisschen weh tut!“

Lea knurrte:

„Ich gebe Dir gleich einen Tritt in Deinen Arsch, Du Trottel!“

„Ein bisschen weh tut? Hast Du sie noch alle?“

Kimmy wäre wohl auf ihn losgesprungen, aber stattdessen pumpte sie die Gewichte hoch. Die Kabel spannten sich straff und ihre Muskeln verwandelten sich in ein brutales Geflecht aus Fleisch und pumpenden Blutgefäßen.

Lea stemmte sich ebenfalls gegen die Seile und zog mit aller Kraft. Für einen Augenblick hatte sie Angst, dass sie einfach in die Luft geschleudert werden würde. Auf der Hälfte des Weges ging ihr die Luft aus. Panisch sah sie nach Achim, der nur süffisant lächelte. Das ärgerte sie so sehr, dass sie einfach mit aller Kraft weiterzog.

„Zwei.“

Seine Stimme schnitt in ihr Hirn. Wie konnte man so hochnäsig und grausam sein?

Kimmy sah zu Lea hinüber. Für einen Augenblick schien so etwas wie eine telepathische Verbindung zu bestehen. Die beiden Frauen wollten es diesem Gockel zeigen. Sie würden sich aufblasen bis zum Gehtnichtmehr, ihre Körper würden wahnwitzige Skulpturen der Kraft werden. Sie würden so enorm werden, dass Menschen auf der Straße starren würden und Kinder fragen würden, ob sie denn Menschen waren.

Die Muskellust überschwemmte ihre Gehirne völlig. Sie warfen sich in die Trossen, ihre hämmernden Muskeln eine Skulptur des Schmerzes. Sie waren schlagartig völlig darauf fokussiert, ihre Kraft zu bündeln und diese Erniedrigung durch Achims präpotentes Getue auszulöschen.

Kimmy zischte:

„Komm‘ schon, Lea. Zeig‘ mir, dass Du die Härteste bist! Ich will Deine harten, zähen Muskeln sehen!“

„Kimmy, Du musst pumpen, nicht reden. Deine Silikoneuter sollen so richtig zusammengequetscht werden. Ich will Deine fetten Muckis sehen!“

„Fuck! Gib’s mir, Du Muskelsau!“

Irgendwie gab es plötzlich kein Halten mehr. Achim war augenblicklich verdrängt. Er war eine Art Initialzündung gewesen, doch jetzt brach in beiden jungen Frauen die absolute, brutale und uneingeschränkte Muskelgeilheit durch. Sie pumpten sich durch die von ihm abgezählten Wiederholungen und schrien förmlich vor Geilheit nach einer höheren Last. Achim steckte die Gewichte um und die beiden spannten alles an, was sie hatten.

Er zählte erneut, aber jetzt musste er einen Schritt zurück machen. Die Frauen schienen dermaßen aggressiv und aufgeladen, dass er Angst bekam, sie würden regelrecht explodieren. Tatsächlich war der Gedanke nicht von der Hand zu weisen:

Leas zäher, schlanker Körper hatte sich verwandelt. Jedes Hochpumpen der Gewichte schien ihr Gesicht noch mehr zu verzerren und einen noch gewaltigeren Zorn zu entfesseln. Aus ihren Schultern waren zuckende Berge geworden, ihr Hals schien nach und nach in einem Kranz aus Muskeln zu versinken. Ihre vor Schmerz zitternden Arme waren so vollständig mit Muskeln überzogen, dass Achim sich ernsthaft wunderte, ob das alles überhaupt noch ansatzweise natürlich war.

Bei Kimmy war der Effekt noch bizarrer. Das Pink schien einfach nicht zu ihrem gequälten, hyperoptimierten Muskelkörper zu passen. Nichts schien zusammenzugehen: Ihre prallen, runden Brüste wurden von ihren sich rasant ausdehnenden Brustmuskeln nahezu zerquetscht und auch bei ihr schien der Nacken völlig zuzuwachsen. Ihre mutierten, unmenschlichen Arme quollen auf wie Hefe aus Stahl. Jedes Mal, wenn sie das Gewicht nach oben zwang, verzerrte sich ihr Gesicht zu Fratze. Mit einem unmenschlichen Geräusch, irgendwie zwischen „Uuurg““ und „Gragh!“ angesiedelt, kämpfte sie die Gewichte nach oben.

Die beiden Frauen hielten die Kabel vor ihren aufgeschwollenen Brustmuskeln fest. Kimmy knurrte:

„Gaaa. Scheiße, tut das weh!“

„Ich spüre meinen Körper nicht mehr! Verfluchte Scheiße. Aah!“

Sie konnten trotzdem nicht umhin, anerkennende Blicke zu wechseln. Aus ihren athletischen Körpern waren fast schon zur Karikatur verwachsene Muskelberge geworden. Der Gedanke an ihre Verwandlung erfüllte sie mit zitternder Geilheit.

Endlich gaben sie auf. Fast schon zu schnell ließen sie die Gewichte sausen. Das Scheppern war ohrenbetäubend. Sie hingen dann beide völlig fertig da, und versuchten einfach mal wieder zu atmen.

Die Pause war ihnen nicht vergönnt.



„Könnt Ihr nicht aufpassen? Die Gewichte einfach so fallen zu lassen, ist total unangenehm …“

Lea und Kimmy sahen halb auf. Mehr ging gerade nicht.

„Oh, hallo, Sarah. Tut leid. Es war nur …“

Die Frau unterbrach Lea.

„Himmel! Was ist denn mit Euch passiert?“

Kimmy japste nach Luft und zeigte irgendwie auf Achim. Dieser sah zur neu dazugekommenen Frau hin. Sarah war recht klein, und mochte Chinesin oder Koreanerin oder sowas sein. Sie hatte ihre schwarzen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden und war wohl Mitte zwanzig. Eine Drahtbrille vervollständigte den Look. Achims Blick fiel dann aber auf ihren Körper.

Was er sah, war durchaus beeindruckend. Sarah trug ein schokoladenfarbenes, sehr enges Top, das ihren Bauch freiließ. Dazu weite und bequeme Turnhosen, die allerdings komisch um ihre Beine spannten, wenn sie sich bewegte.

Ihr bestes Körperteil war definitiv ihr Bauch. Sie hatte ein hartes und extrem ausdefiniertes Sixpack, das ihren nach außen gewölbten Nabel umschloss. Auch ihre Oberschenkel waren ziemlich extrem. Sie waren riesig genug, um eine Bahnfahrerin zu beeindrucken. Es war klar, dass diese Frau unbedingt längere Hosen tragen musste, denn diese Schenkel rieben sicher die ganze Zeit aneinander. Achim war beeindruckt. Die Frauen hier nahmen ihr Training ernst, aber sie waren offensichtlich auch wirklich auf ihre Ernährung fokussiert. Bewundernswert. Für einen Augenblick fantasierte er davon, seinen Kopf zwischen diesen Schenkeln zu haben, den gewaltigen Druck ihrer Muskeln auf beiden Seiten seines Kopfes. Das musste so geil sein, aber auch irgendwie lebensgefährlich.

Sarah meinte:

„Also! Erklärt mir das!“

Lea und Kimmy lächelten.



Augenblicke später hing Sarah auf der Bank und machte Sit-ups mit einer Zwanzigkiloscheibe auf ihrer Brust. Die Mädels feuerten sie an und zählten ihre Wiederholungen herunter. Sie grunzte während sie ihren Oberkörper immer wieder hochzog.

„Grr. Ach.“

„Komm‘ schon, Sarah, Du schaffst das, da geht noch was!“

Kimmy zählte unbarmherzig:

„Siebenundzwanzig, achtundzwanzig, neunundzwanzig, neunundzwanzig, neunundzwanzig …“

Sarah sah sie verärgert an, aber sie machte gute Miene zum bösen Spiel. Wieder und wieder zog sie das Gewicht hoch. Sie war da schon ziemlich an ihrem Limit angelangt, als Achim plötzlich mit einer weiteren Fünfkiloscheibe anrückte und sie oben auf die vorige schnallte.

„Was soll das? Ah. Scheiße, Mann, was ist Dein Problem?“

„Weitermachen.“

Sie sah zu ihren Freundinnen hinüber, aber diese machten nur „Daumen nach oben“-Zeichen und grinsten bescheuert.

Sie machte also weiter.

Es fühlte sich an, als würde ihr Körper jeden Moment zerreißen.

„Hrk. Gh … Aaah. Scheiße. Fuck, ist das schwer!“

Sie schaffte es mit Müh‘ und Not, noch ein Set fertigzumachen. Doch anstelle einer Pause kam noch eine weitere Fünferscheibe dazu.

Sie war völlig verzweifelt. Ihre gut austrainierte Brust war schon richtig flachgedrückt. Kimmy quiekte:

„Los, Sarah, zeig‘ uns, was Du kannst! Mehr! Gib’s uns!“

„So … schwer … Scheiße!“

Mit einem widerlichen Grunzen schaffte sie es, sich erneut hochzuziehen. Achim sagte nicht, sondern zog die beiden Fünferscheiben hinunter. Bevor sie erleichtert seufzen konnte, fand sie sich mit einer Zehner- und einer Fünferscheibe auf der Brust wieder. Sie japste:

„Willst Du mich umbringen, Arschloch?“

„Weiter.“

Kimmy quiekte vor Lust:

„Sarah, vertrau‘ uns, das wird so geil!“

Auch Lea war vor Vorfreude angesteckt. Sie wusste zwar nicht, wie Achim das machte, aber ein Blick auf ihr Spiegelbild bewies ihr, dass seine Kraft wirkte. Ihre Muskulatur war so massig wie nie zuvor und der Gedanke, dass Sarah auch gleich so eine Verwandlung durchmachen würde, törnte sie an.

„Hör‘ auf zu jammern, mach‘!“

„Argh. Puh. Hilfe.“

Die Studentin kämpfte mit dem Gewicht. Schweiß rann ihr von oben und unten in die Augen und sie war offensichtlich völlig fertig. Ihr gesamter Körper war ein einziger Krampf und sie schaffte es mit Müh‘ und Not, ihren Oberkörper noch einmal hochzuziehen. Jetzt war es aber genug! Sie konnte nicht mehr. Wehe …

Achim nahm die Fünferscheibe herunter und legte zehn Kilo drauf. Sie sah ihn hasserfüllt an.

„Geht schon.“

Sie knurrte, ihr kleiner, dichter Körper war zum ramponierten, geschlagenen Fleischklumpen geworden. Die Übung war jetzt so hart, dass sie sich kaum noch fühlen konnte. Sie war wie in Trance, sie spürte die rasenden Schmerzen kaum mehr.

Kimmy brüllte die Zahlen mit, Lea munterte sie auf, aber all das war weit weg.


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